Südwestfalen, 2. September 2026. 

Wie geht die regionale Zusammenarbeit in den fünf Kreisen nach der REGIONALE 2025 Sieben Jahre lang haben Arnsberg, Bad Berleburg, Menden, Olpe und Soest in einem bundesweit besonderen Projekt zusammengearbeitet. Stellvertretend für alle anderen Städte und Gemeinden in Südwestfalen haben sie digitale Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung ausprobiert, umgesetzt und mit interessierten Kommunen geteilt. Kurz vor Projektende des Bundesmodellvorhabens „Smart Cities: 5 für Südwestfalen“ ziehen die fünf Pionierkommunen und die Südwestfalen Agentur als sechste Partnerin Bilanz: 17,4 Millionen Euro wurden investiert, zahlreiche Lösungen sind entstanden und die Zusammenarbeit wurde gestärkt.

„Smart Cities“ ist ein weiter und für manche auch sperriger Begriff. Es geht darum, digitale Hilfsmittel und Daten so einzusetzen, dass Städte und Gemeinden nachhaltiger, widerstandsfähiger und lebenswerter werden. Besonderheit in Südwestfalen: Die fünf Pionierkommunen entwickeln Lösungen arbeitsteilig und kooperativ in und für vor allem kleinere Städte und Gemeinden. Sie teilen ihre Erkenntnisse offen mit anderen interessierten Kommunen, zum Beispiel in Leitfäden. Diesen Wissenstransfer hat die Südwestfalen Agentur in dem Projekt organisiert. Seit Projektbeginn im Jahr 2019 ist in Südwestfalen zunächst eine Gesamtstrategie entstanden, bevor es in 16 Maßnahmenbündeln mit über 50 Teilprojekten in die Umsetzung ging.

„Die fünf Kommunen gehören eher zu den kleineren und mittleren Kommunen mit entsprechend knappen Verwaltungsressourcen. Sie haben sich deshalb von Anfang an gut miteinander abgestimmt, um Doppelarbeit zu vermeiden und kooperativ und arbeitsteilig konkrete Smart Cities Lösungen zu entwickeln. Dabei sind vielmehr Lösungen entstanden, als wenn eine Stadt diese allein hätte umsetzen müssen“, sagt Dr. Stephanie Arens, Mitglied der Geschäftsführung und Leiterin des Projekts „Smart Cities: 5 für Südwestfalen“ bei der Südwestfalen Agentur GmbH.

Smart-Cities-Lösungen mit Nutzen im Alltag

Was ist konkret entstanden? Sensoren und datenbasierte Auswertungen helfen beispielsweise dabei, den Verkehr zu lenken oder auch Hochwasser- oder Starkregengefahren früher zu erkennen und Einsatzkräfte sowie Bevölkerung besser vorzubereiten. Ein digitales Energiemonitoring verschafft den Städten eine Grundlage, um in Echtzeit den Energieverbrauch in städtischen Gebäuden zu überprüfen, anzupassen und so Kosten einzusparen.

Abgestimmt auf die Bedürfnisse der Bürger:innen vor Ort sind auch Stadt-Apps entwickelt worden. Sie bündeln Informationen und Dienstleistungen oder bieten neue Möglichkeiten, die Stadt zu entdecken. Die Grundlage der Soest-App wird beispielsweise auch schon von Kassel, Bamberg und Wesel genutzt.

Möglich macht das ein großes Gemeinschaftsprojekt der „5 für Südwestfalen“: eine regionale Datenplattform. Alle datengestützten Projekte des Modellvorhabens laufen über diese Datendrehscheibe. „Die Plattform nutzt einen internationalen technischen Open Source Standard. Diese können andere Städte in Südwestfalen inklusive der Anwendungsfälle übernehmen und müssen nicht extra eigene Lösungen entwickeln. Die Plattform ist auch die Grundlage dafür, dass die gesammelten Daten verständlich für die Bürger:innen aufbereitet und eingesehen werden können“, sagt Katharina Hogrebe, Projektmanagerin für Smart Cities bei der Südwestfalen Agentur. Ein gutes Beispiel sei das Klimadashboard in der Stadt Arnsberg.

Erfahrung für ganz Südwestfalen

Die Südwestfalen Agentur GmbH sorgte während der Projektlaufzeit für den Wissenstransfer in die Region. Über die „Smart Cities: Schule“ wurden 22 weitere Mitmacherkommunen in Workshops, Exkursionen und Austauschformaten eingebunden. So entstand ein Netzwerk, in dem südwestfälische Kommunen voneinander lernen.

„Das Smart-Cities-Modellprojekt ,5 für Südwestfalen‘ hat bundesweit gezeigt, wie sich durch die regionale Zusammenarbeit und breiten Wissenstransfer eine ganze Region für die Zukunft wappnet“, sagt Renate Mittenhuber, Referatsleiterin Smarte Städte und Regionen im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Das Ministerium hatte das Modellvorhaben mit 13,2 Millionen Euro gefördert. Insgesamt wurde 17,4 Millionen Euro im Projektzeitraum investiert.

Zusammenarbeit wird fortgeführt

Die fünf Pionierkommunen wollen ihre Zusammenarbeit auch nach Projektende fortsetzen. Gemeinsam mit der Südwestfalen-IT soll auch die regionale Datenplattform dauerhaft weiterentwickelt werden. „Wir haben im Smart-Cities-Projekt gesehen, wie sinnvoll es ist, Aufgaben gemeinsam anzugehen und gute Lösungen über kommunale Grenzen hinweg nutzbar zu machen“, sagt Dr. Stephanie Arens. „Genau diese Form der Zusammenarbeit wird in Zukunft noch wichtiger.“

Der Abschlussbericht zum Bundesmodellvorhaben „Smart Cities: 5 für Südwestfalen“ ist jetzt als Download unter www.smartcities-suedwestfalen.com/abschlussdokumentation verfügbar.

Südwestfalen ist vom 13 bis 15. Oktober wieder auf der Smart Country Convention in Berlin vertreten. Alle Infos unter: www.eveeno.cwww.eveeno.com/sccon26som/sccon26s.