Gespräche auf der Haferkiste

Saß man früher auf der Haferkiste im Stall, um sich über die Neuigkeiten im Dorf auszutauschen, dient sie heute als Symbol für eben jenen Austausch zwischen den Dörfern. Eine echte Haferkiste aus dem Dorf Medebach-Düdinghausen fährt deshalb als Symbol zu jedem Haferkistengespräch mit.
Die Idee der Haferkistengesprächen ist, engagierten Bürgerinnen und Bürger aus den Dörfern nach dem Motto „Dörfer lernen von Dörfern“ einen niederschwelligen, unkomplizierten und ungezwungenen fachlichen Austausch über Projekte, Themen und Problemlagen in gemütlicher Atmosphäre untereinander zu ermöglichen.

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Die Haferkistengespräche fördern damit einerseits das persönliche Kennenlernen der Aktiven aus den Dörfer untereinander und stärken damit gleichzeitig die Vernetzung der Dörfer, die für eine starke ländliche Region Südwestfalen unabdingbar ist. Denn die Problemlagen und Herausforderungen sind in vielen Dörfern sehr ähnlich, die Strategien, Lösungen und Projekte hingegen z.T. individuell auf die Dörfer zugeschnitten, z.T. aber auch übertragbar. Immer geht es darum, neue Impulse für das eigene Dorf mitzunehmen, aus erprobten Prozessen zu lernen, gegenseitig die eigenen Prozesse und Strategien zu hinterfragen um – im positivsten Sinn – schließlich voneinander abzugucken.

Und genau das haben wir auch getan und kooperieren deshalb seit 2015 mit dem Sauerländer Heimatbund, der mit der Demographiewerkstatt ein Austausch- und Diskussionsformat zu ähnlichen Fragestellungen etabliert hatte. Was liegt also näher, als beide Format zusammen zu führen und gemeinsam nach Antworten auf unsere Herausforderungen zu suchen.

Was wir tun:

Die Südwestfalen Agentur  in Kooperation mit dem Sauerländer Heimatbund unterstützt die Ausrichter der „Haferkiste“ bei

  • der Suche nach Referenten,
  • moderiert die Veranstaltung,
  • stellt den „Dörferverteiler“ für die Einladungen zur Verfügung,
  • übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit und
  • schlägt Themen vor oder greift Themenvorschläge auf

Sagt uns, welche Themen Euch besonders wichtig sind! Wo braucht ihr Unterstützung? Wo braucht ihr Hilfe? Wir schauen, welche guten Beispiele wir aus der Region oder auch darüber hinaus dazu finden können. Ihr kümmert euch um das Organisatorische vor Ort. Schon sechs Mal hat diese Arbeitsteilung funktioniert und haben in Südwestfalen die so genannten „Haferkisten“ stattgefunden. Folgende „Haferkistengespräche“ haben bisher statt gefunden:

  • Medebach-Düdinghausen: „Bürgerschaftliches Engagement in den Dörfern – Wie gewinne und motiviere ich MitstreiterInnen". Merksatz: „Es kommt nicht auf die Dorfgröße an, sondern auf das Engagement jedes Einzelnen.“
  • Schmallenberg-Grafschaft: „Nahversorgung in den Dörfer“. Merksätze: „Nicht jedes Dorf braucht einen eigenen Dorfladen. Wichtiger ist es, vorhandene Strukturen (auch in Nachbardörfern) durch lokalen Einkauf zu stützen.“ Und „Nahversorgung geht weit über den Dorfladen hinaus, auch das Umsorgen der älteren Menschen und der Kinder oder Mobilität stehen im Mittelpunkt."
  • Kirchhundem-Oberhundem: „Dorf und Tourismus“. Touristische Infrastruktur bedeutet auch mehr Lebensqualität für die einheimische Bevölkerung. Merksatz: „Ein Dorf, das für die Bevölkerung attraktiv ist, ist auch für Touristen attraktiv."
  • Burbach: „Baukultur im Dorf“. Merksatz: „Gute Baukultur zeichnet sich durch einen intensiven Dialog mit den Akteuren vor Ort aus“.
  • BioEnergieDorf Wallen: „Dorf ist Energie(klug)“ – Vorstellung der Projektidee durch den Kreis Siegen-Wittgenstein, die Südwestfalen Agentur sowie die EnergieAgentur. Merksatz: „Dorfentwicklung, Klimaschutz und Energiewende müssen zusammengedacht werden"
  • Eslohe-Kückelheim: „Esskultur statt Fastfood. Fit mit Regionaler Kost“ – Landfrauen stellen ihr von der UNESCO ausgezeichnetes Projekt Kindergärten und Schulen vor. Merksatz: „Pommes wachsen nicht auf Bäumen"
  • Dorfentwicklung und Integration – 1. Haferkiste in Kooperation mit dem Sauerländer Heimatbund. Merksatz: demographischer Wandel, Leerstand und Zuwanderung müssen zukünftig viel stärker zusammengedacht werden, weil es eine große Herausforderung und eine große Chance zugleich ist. (→ hier Bericht als pdf download)
  • Meschede: Öffentlichkeitsarbeit im Dorf und im Verein - Im Juni 2016 widmeten sich Interessierte gemeinsam mit dem Sauerländer Heimatbund und der Südwestfalen Agentur den Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit sowie den Themen Soziale Medien, Blogs und Homepage.
  • Schmallenberg: "Ohne Auto ist man auf dem Dorf aufgeschmissen", hieß es im Rahmen der Haferkiste zum Thema Mobilität im ländlichen Raum. Unter anderem wurden Konzepte der Jugendkonferenz UTOPiA vorgestellt.
Weitere Haferkisten sind geplant zu den Themen
  • Crowdfunding – Möglichkeit zur Finanzierung von Projekten in Kooperation mit den Volksbanken