Dorfentwicklung unter neuen Vorzeichen: Summer School in Bad Berleburg 

Vom 18. bis 22. Juli nahmen 22 Geografie- und Architekturstudierende der Universitäten Münster, Siegen und Köln unter der Federfürhung von Prof. Dr. Ulrike Grabski-Kieron und Prof. Dr. Hilde Schröteler von Brandt an einer Sommerschule in Bad Berleburg teil. Konkret ging es um zentrale und aktuelle Themen der Dorfentwicklung wie Daseinsvorsorge, Ehrenamt, Mobilität und Integration; Themen die in Bad Berleburg bereits im Rahmen des Projekts Meine Heimat 2020 eine wichtige Rolle spielen. Im Frühjahr 2016 hat die Stadt erstmalig zu einer Dorfkonferenz zum Thema „Nachhaltige und kooperative Dorfentwicklung“ alle Ortschaften Bad Berleburgs eingeladen, um gemeinsam an verschiedenen Themen und Projektideen zu arbeiten, in denen benachbarte Dörfer sehr konkret zusammen kooperieren können. Auch die Studierenden der Sommerschule waren bereits eingebunden, haben die Dörfer Berleburgs kennengelernt konnten und sind mit den Bewohnern als Moderatoren der Arbeitsgruppen ins Gespräch gekommen.

 

Innovative Konzepte entstehen während der arbeitsreichen Tage

Das Studierendenprojekt fand schließlich vom 18.-22. Juli 2016 in interdisziplinären Teams statt. Die Teilnehmer mussten sich auf verschiedene Fragestellungen zur Dorfentwicklung konzentrieren und vor Ort Befragungen und Kartierungen vornehmen, Pläne und Konzepte wälzen und schließlich ihre eigenen Ideen und Lösungsvorschläge entwickeln. Dabei hatten sich die Dörfer Raumland und Berghausen als Fallstudiendörfer zur Verfügung gestellt. Nach einer intensiven Arbeitsphase in den ausgewählten Dörfern folgte in der zweiten Wochenhälfte eine intensive Arbeitsphase im Abenteuerdorf Wittgenstein, dort waren die Studentinnen und Studenten untergebracht, um die Ergebnisse zusammenzutragen und Konzepte zu entwickeln. Am Ende der Sommerschule hatten die sehr engagierten Studierenden wirklich hervorragende Präsentationen mit guten Ideen zur Lösung der Fragestellung erarbeitet. Die hohe Motivation der Studierenden ist sicher auch ein Ergebnis der hervorragenden Unterstützung durch die Stadt Bad Berleburg und die Ortsvorsteher aus Raumland und Bad Berleburg.

Der Stadt und der Dorfgemeinschaft wurden die Ergebnisse der Projektarbeit zur Verfügung gestellt. Sie waren ebenfalls eingeladen, an der Präsentation der Arbeitsergebnisse der Projektwoche am 22. Juli teilzunehmen.

 

Hintergrund der Arbeitsgruppen

Die Dorfentwicklung steht in den ländlichen Regionen Deutschlands vor großen Herausforderungen: Vielerorts zeigen sich Abwanderung und Überalterung. Für die Kommunen wird durch den daraus resultierenden Rückgang der Bevölkerung die Aufrechterhaltung der Infrastruktur immer schwieriger. Die Angebote der privaten Daseinsvorsorge oder der Mobilität reduzieren sich zunehmend. Darüber hinaus kennzeichnen nachlassende Wohnungsnachfrage, Leerstände und Wohnungsüberhänge mit entsprechenden krisenhaften Erscheinungen des Immobilienmarktes die Situation.

Die dargestellt Problematik zeigt sich auch in Bad Berleburg: Es erfolgte bereits ein bemerkbarer Bevölkerungsrückgang. Eine Fortsetzung des Trends um weitere 12 % wird bis 2030 erwartet. Gleichzeitig stehen die ländlichen Kommunen vor der Aufgabe die Daseinsvorsorge zu sichern und Menschen zu integrieren.

Die Studenten haben sich aus den Herausforderungen resultierend in den Arbeitsgruppen mit den folgenden Themen beschäftigt. Durch Klicken auf den entsprechenden Link öffnet sich die Präsentation, inklusive der ausführlichen Lösungen.

·      Umnutzung und Leerstands-Management

·      Ehrenamt und Wilkommenskultur

·      Dorfgemeinschaft und Ehrenamt

·      Mobilität

·      Gesicherte Daseinsvorsorge

·      Hand in Hand durchs Wirtschaftsland

Die Arbeiten der Teilnehmer haben innovative Ansätze und Ideen der Dorfentwicklung hervorgebracht. Bei den Themen sehen die Studentinnen und Studenten vor allem die Kooperation verschiedener Projektpartner als notwendig an. Dabei spielen flexible und vielfältige Lösungen eine wichtige Rolle. Um in Zukunft handlungsfähig zu bleiben, gilt es für die Orte, sich untereinander zu vernetzen und zusammenzuarbeiten; und das in mehreren Dimensionen.