Technikregion zum Anfassen, Erleben und Entwickeln

Südwestfalens Wirtschaftslandschaft ist geprägt von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die im Unterschied zu Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland überdurchschnittlich stark im Produzierenden Gewerbe tätig sind. Hier sind die südwestfälischen Betriebe sehr innovativ und es besteht eine enge Zusammenarbeit in einem dichten Netz mit Hochschulen und wissensbezogenen Einrichtungen. Die südwestfälischen Weltmarktführer sind „Hidden Champions“. Die große Anzahl an Betrieben macht die Region unabhängiger von den Problemen großer Konzerne.

So hat die Wirtschaftskrise in Südwestfalen zwar spürbare Auswirkungen, sie wird aber vermutlich geringere Folgewirkungen haben, als in Regionen mit weniger kleinteiligen und familiengeführten Unternehmensstrukturen. Die kleinteilige Struktur hat auch zur Folge, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Innovationskraft der Unternehmen kaum sichtbar und bekannt ist. Der Region drohen Fachkräftemangel und eine Tendenz zur Abwanderung gut qualifizierter Menschen, obwohl die Arbeitslosenquote eher niedrig und die Zahl offener Stellen vergleichsweise hoch ist.

Was ist das Ziel dieser Projektfamilie?

Südwestfalen baut Netzwerke für Innovation. Bildung und Wissenstransfer stehen im Mittelpunkt. Sie verbinden Unternehmen, Wissenschaft und Aus- und Weiterbildung.

Welche Projekte wurden warum gesucht?

Gesucht wurden Projekte, die dazu beitragen, den Innovationsvorsprung des Mittelstandes zu sichern. Das Wissen der Region soll sich intensiver vernetzen und auch regional nutzbarer werden. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Betrieben und in den Betrieben zwischen den Generationen, die Themen „lebenslanges Lernen“ und die Effizienzsteigerung durch altersgemischte Belegschaften können die Basis für modellhafte Projekte sein. Bildung schafft den Brückenschlag zum Nachwuchs. Projekte sollen die Kinder und Jugendlichen an Technik, unternehmerisches Engagement und an andere spannende Berufsfelder der Region heranführen. Dies gilt auch für junge Menschen mit Migrationshintergrund, die stärker als bislang an Bildungs- und Qualifizierungsprozesse herangeführt werden müssen. Neue Strategien sollen die Region insgesamt stärker mit den Produkten und technischen Leistungen ihrer Unternehmen in Verbindung bringen. Die Einrichtung von Plattformen und Kommunikationsformaten soll dazu dienen, die „Hidden Champions“ auf die regionale Bühne zu heben.

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Urbanes Lebensgefühl für die Städte Südwestfalens

Der demografische Wandel hat vielfältige Auswirkungen auf die südwestfälischen Städte und Kommunen. Besonders auffallend sind dabei die teilweise erheblichen Bevölkerungsverluste. Diese resultieren allerdings nicht allein aus einer negativen Geburtenrate. Häufig verstärken deutliche Abwanderungstendenzen diese Entwicklung noch zusätzlich. Durch rückläufige Bevölkerungszahlen kommt es zunehmend zu Problemen in der Bereitstellung von Versorgungsinfrastrukturen und damit einhergehend zu deutlichen Zentralitätsverlusten der Städte innerhalb Südwestfalens gegenüber den angrenzenden Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet.

Besonders problematisch ist dabei die schwache Bindung junger und gut ausgebildeter Menschen an die Region, die „echte“ Großstädte nicht nur wegen vermeintlicher Berufsperspektiven, sondern auch wegen urbaner Qualitäten, (jugend-) kultureller Angebote, kreativer Milieus, Netzwerken und „Szenen“ sowie besonderen Lebensformen in der Mischung von Wohnen und Arbeiten schätzen. Auch in der Topographie liegen Herausforderungen verborgen, auf die es im Rahmen der REGIONALE Antworten zu finden gilt. Insbesondere in den tiefen und siedlungsstrukturell konfliktreichen Tallagen Südwestfalens kommt es häufig zu einer Ballung städtebaulicher Probleme.

Neben der Häufung verschiedener Probleme bergen die südwestfälischen Klein- und Mittelstädte allerdings auch zahlreiche Potentiale, die es zukünftig stärker zu nutzen gilt. Viele der hier anzutreffenden Ortslagen haben eine lange Geschichte und weisen dementsprechend stark ausgeprägte historische Wurzeln auf. Sei es in Form von wertvollen baukulturellen Zeugnissen der (Industrie-) Geschichte, mittelalterlichen Stadtkernen oder attraktiven Wasserlagen.

Was ist das Ziel dieser Projektfamilie?

Südwestfalen steigert die Lebensqualität seiner Städte. Urbane Zentren werden durch die Stimulierung kreativer Milieus gefördert. Das heißt: Südwestfalen möchte kreative, gut ausgebildete Menschen in die Städte ziehen und ihnen Entfaltungsmöglichkeiten bieten. Die Klein- und Mittelstädte sollen sich zu kleinen „Metropolen“ ihres Raumes entwickeln.

Welche Projekte wurden warum gesucht?

Gesucht wurden innovative Projekte in den Zentren der südwestfälischen Städte, die modellhaft Antworten auf Fragen der Neudefinition städtischer Atmosphäre und urbaner Qualitäten geben. Das Spektrum der Projekte reicht von neuen Angeboten für innerstädtisches Wohnen, über den Umbau von Fabriken zu nutzungsgemischten Orten für Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Kultur bis hin zu Modellen zur Flexibilisierung des Arbeitslebens in der Innenstadt. Urbane Milieus und Szenen sollen beispielsweise durch die Gestaltung von Netzwerken und kreativen Prozessen sowie durch die Förderung (jugend-) kultureller Angebote oder die Weiterentwicklung der historischen Stadtkerne angeregt werden.


Sie haben förderrechtliche Fragen, so wenden Sie sich an die Südwestfalen Agentur oder besuchen Sie die Seiten des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalens. Hier finden Sie die aktuelle Förderlisten, Richtlinien, Grundlagen und häufige Fragen zur Städtebauförderung in NRW.


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Die Zukunft des ländlichen Lebens

Neben dem städtischen hat der ländliche Raum vielfach mit den größten Auswirkungen des demografischen Wandels zu kämpfen. Die stetig schrumpfende Bevölkerung durch abnehmende Geburtenzahlen führt dazu, dass viele Dörfer und Ortschaften deutliche Einwohnerverluste verzeichnen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch die zunehmende Überalterung in den Orten. Immer höhere Leerstandszahlen, daraus resultierende fehlende Versorgungsinfrastrukturen und steigende Kosten für Ver-/ Entsorgungs- und Verkehrsinfrastruktur führen zu gravierenden Problemen.

Oftmals sind Dörfer und Ortschaften bereits vom Netz des öffentlichen Personennahverkehrs abgehängt und verlieren damit den Bezug zur Infrastruktur der Mittelzentren.

Im Rahmen der REGIONALE gilt es, die negativen Prozesse umzuwandeln und die Dörfer der Region zu fördern. Oftmals weisen kleine Ortschaften und dörfliche Strukturen einen hohen siedlungskulturellen Stellenwert auf, den es zu erhalten und weiter zu entwickeln gilt. Gerade das bürgerschaftliche Engagement, die Bindung an die ortsansässigen Vereine, die hohe wechselseitige Identifikation zwischen Unternehmern, Bewohnern und Heimatort sowie die dörflichen Traditionen müssen gefördert und an nachfolgende Generationen weitergegeben werden. Die Projektfamilie LandLeben soll eben diese Problematik der ländlichen Regionen und Dörfer Südwestfalens aufgreifen, um diese stark für die Zukunft zu machen.

Was ist das Ziel dieser Projektfamilie?

Südwestfalen profiliert sich als Modellregion in Fragen zukunftsweisender Entwicklungsmodelle und -strategien der Dorfentwicklung.

Welche Projekte wurden warum gesucht?

Gesucht wurden vorbildliche Projekte zur Weiterentwicklung des ländlichen Raumes. Das konnten innovative Modelle zur Sicherung und Entwicklung der ländlichen Infrastruktur sein. Ebenso aber auch besondere Bau-, Wohn- und Umnutzungsformen, abgestimmt auf die jeweiligen Bestands- und Leerstandsproblematiken der Orte. Auch modellhafte, neue touristische und/oder landwirtschaftliche Konzepte zur Neubelebung der Dörfer und Ortsmitten konnten im Rahmen der REGIONALE entwickelt werden.

Eine große Rolle kommt hierbei den sozialen Netzwerken und dem – in ländlichen Regionen verstärkt anzutreffenden – bürgerschaftlichen Engagement zu. Diese Potentiale gilt es zu stärken und neu einzusetzen. Auch der Aufbau eines nachhaltigen Flächenmanagements für die dörflichen Bereiche konnte ein Projekt innerhalb der REGIONALE sein.

Innerhalb der Projektfamilie LandLeben sollten somit herausragende Projekt- und Strategieansätze zur Zukunft des ländlichen Raumes initiiert und qualifiziert werden.

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Landschaft im Umbruch

Südwestfalen lebt von der besonderen Verbindung einer engmaschigen Siedlungsstruktur im Einklang mit ausgedehnten Landschaftsräumen. Diese Nähe der Dörfer und Städte zur offenen Landschaft steht für Lebensqualität. Die Landschaft ist von hoher Vielfalt: Im Norden liegt mit der agrarisch geprägten Soester Börde eine alte Kulturlandschaft. Daran schließt südlich das waldreiche Sauerland an, welches in sich abwechslungsreich durch Täler, Höhenrücken und Hochflächen gegliedert ist. Das Sauerland ist zugleich Quellgebiet von wichtigen Flüssen in Nordrhein-Westfalen. Im Süden wird die Region durch das ebenso durch Wald bestimmte Siegerland und Wittgenstein eingefasst.

Die hohe Anzahl an unterschiedlichen Naturschutzgebieten ist gleichzeitig eine Herausforderung für die wachsende Wirtschaft, der in manchen Bereichen nicht mehr genügend Flächen zur Verfügung stehen. Besonders die Wälder und die hier eingebetteten Flussläufe und Talsperren prägen eine reizvolle Kulturlandschaft, die Ziel vieler Touristen ist. Allerdings ist die touristische Infrastruktur teilweise in die Jahre gekommen oder nicht auf die neuen Besucherstrukturen eingestellt. Vor 30 Jahren verbrachte die Familie noch ihren Sommerurlaub hier, heute sind vor allem die Tagestouren aus dem mit Auto schnell erreichbaren Umland der Schwerpunkt. Potentiale ergeben sich im Hinblick auf Angebote im Bereich der Gesundheit und Wellness, wobei die Kombination von Bestehenden sowie der produzierenden Gesundheitsindustrie fruchtbare Synergien schaffen kann.

Der Klimawandel und damit z.B. geänderte Niederschlagsverhältnisse oder die Folgen starker Stürme wie Kyrill stellen Fragen an die Art und Weise der Landnutzung und -bewirtschaftung. Neue Waldformen und der wasserwirtschaftliche Umgang mit den Folgen der erhöhten Niederschläge sind gefordert.

Was ist das Ziel dieser Projektfamilie?

Südwestfalen bekennt sich zur hohen Bedeutung der Landschaft als Ressource und Basis für die Zukunft. Die Region unterstützt Projekte, die dieses Verständnis sichtbar und erfahrbar machen.

Welche Projekte wurden warum gesucht?

Gesucht wurden Projekte, die strukturrelevante Antworten geben auf die Entwicklung der Pflege- und Bewirtschaftungsformen in der Land- wie in der Forstwirtschaft. Daraus sollten neue Landschaftsbilder resultieren, die die vielfältige Kulturlandschaft weiter bereichern und neue Landnutzungen entstehen lassen, die einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten. Innovative Ansätze zur Entwicklung des südwestfälischen Wassersystems sollten die Erfahrbarkeit der Gewässer erhöhen und als herausragende Tourismusziele weiter qualifizieren sowie Strategien und Handlungsansätze Synergien in den Bereichen Tourismus und Gesundheitswirtschaft schaffen.

Es sollten herausragende Projekt- und Strategieansätze einer integrierenden Verknüpfung von Landschaftsentwicklung im Zeichen der Klimaveränderung initiiert werden.

Die Übersicht über die Projekte der Projektfamilie WirtschaftWissen finden Sie >>hier